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Infoschreiben vom 13. 7.2016
 
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

die mit meiner letzten Information vom 24.11.2015 hatte ich Sie über den Inhalt des neuen „Rahmenplans Einzelhandel 2015“ für die Stadt Düsseldorf und dessen Widersprüchlichkeiten für unseren Stadtteil informiert. Daraus abgeleitet besteht die Sorge, dass gegebenenfalls eine zweckdienliche Nahversorgung besonders für die Menschen im östlichen Stadtteil langfristig gefährdet sein könnte. Deshalb hatten die Vorsitzende von Handwerk und Handel e.V. – Andrea Lindenlaub – und dessen 2.Vorsitzender – Ferdinand Wolff – und meine Person die für „Planung und Stadtentwicklung“ zuständigen Rats-Mitglieder und die Fraktionsvorsitzenden dieser Parteien in der Bezirksvertretung 5 zu einem persönlichen Gedankenaustausch eingeladen (siehe Anlage 1). Die Gespräche wurden mit den Vertretern der einzelnen Parteien jeweils getrennt geführt.

Wir wollten unsere Absichten und Sorgen zur Zukunft von Angermund darstellen und dazu auch die Meinung der politischen Vertreter hören.


Nun Dies vor folgendem Hintergrund:

1. Im westlichen Stadtteil ist ein Discounter mit LIDL vorhanden, dessen Verkaufsfläche zwischenzeitlich auf rd. 1.000 qm erweitert wurde.
2. Gemäß dem Bebauungsplan ist im westlichen Stadtteil am S-Bahnhof ein weiterer Discounter mit ALDI beabsichtigt.

3. Der im östlichen Stadtteil vorhandene EDEKA-Vollsortimenter kann seine Verkaufsfläche von derzeit etwa 600 qm an diesem Standort nicht erweitern.

4. Als neuen und damit zukunftsträchtigen Standort für einen Vollsortimenter würde sich ein Teil (ca. 2.000 qm) der Freifläche “Am Fettpott“ – schräg gegenüber dem jetzigen EDEKA-Markt – anbieten (sh. anliegenden Stadtteil-Plan). Dieses im Besitz der Stadt befindliche Gesamtgrundstück (rd. 12.000 qm) wurde von einer Überschwemmungsfläche zu einer hochwassergefährdeten Fläche umgewandelt.

5. Durch den geplanten Ausbau der Eisenbahnlinie um 2 neue Gleise und mit bis zu vier Meter hohen Schallschutzwänden wird die Trennung beider Stadtteile in stärkerem Maße befürchtet und damit auch aufgrund der vorgenannten Gegebenheiten eine Gefährdung der Nahversorgung im östlichen Stadtteil (Zentrum).

6. In Duisburg-Rahm wird ein EDEKA-Vollsortimenter errichtet – etwa 1.300 m entfernt von unserem Stadtteil-Zentrum (geplante Fertigstellung in 2018)). Durch die dortige Standortrealisierung erhöht sich die Notwendigkeit für eine Verlagerungsmöglichkeit des hiesigen EDEKA-Marktes, weil Größe und Objektbeschaffenheit – sowie die Teilung in einen separaten Getränkemarkt – nicht mehr zukunftsfähig sind.

7. Die Betreiber von Lebensmittelmärkten planen heute keine Verkaufsflächen mehr unter 1.000 qm, ein EDEKA E-Center wie beispielsweise in Duisburg-Huckingen benötigt sogar 2.500 qm – mit entsprechend großen Parkplatz-Flächen. „Mit kleineren Geschäften lässt sich kein Geld mehr verdienen, denn das Angebot muss auch sichtbar präsentiert werden“.

8. Für den Stadtteil Angermund mit rd. 6.000 Einwohnern – in rd. 3.000 Haushalten – wären zwei Discounter mit jeweiliger Verkaufsfläche von mindestens 1.000 qm und entsprechenden Parkplatzflächen vorgesehen. Und dies nur in dem westlichen Stadtteil. Während in dem östlichen Stadtteil – dem eigentlichen Zentrum – ein kleiner Vollsortimenter/Ankergeschäft ohne Zukunftsperspektive bleiben sollte. Die Kaufkraft würde zwangsläufig nach Duisburg-Rahm (ebenso nach Duisburg-Huckingen, Ratingen und Kaiserswerth) abwandern. Und dabei hätten nicht nur die älteren Menschen das Nachsehen. Darüber hinaus würde auch das Zentrum von Angermund veröden.

9. Als Ergebnis der langjährigen Bemühungen um eine zweckdienliche Nahversorgung und insbesondere der diesjährigen Gespräche mit den zuständigen Politikern
hat der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 07. Juli 2016 aufgrund der Initiative der Mitglieder im „Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung“ mehrheitlich eine Ergänzung im „Rahmenplan Einzelhandel“ für Angermund beschlossen.

In den „Planungszielen“ für Angermund steht nunmehr ergänzend: „Stärkung des Magnetbetriebes im Zentrum und Ansiedlung eines weiteren Lebensmittelbetriebes am S-Bahnhof Angermund
und/oder im Bereich des Zentrums ((Qualifizierung der Nahversorgung in Angermund).“ (Anlage „Auszug aus dem Vorentwurf Rahmenplan Einzelhandel 2015“))

Das ist ein ganz wichtiger erster Schritt für den Schutz und die Entwicklung der Versorgungsfunktion des Zentrums – damit auch für den gesamten Stadtteil.

Mit freundlichem Gruß

Paul Sehl  

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