zurueck
Übergabeerklärung
 
 

Interessengemeinschaft "Herz für Angermund"

Bürgeranhörung am 24. Mai 2011, 19.00 Uhr, zu der Stadtplanung, für ein Gebiet zwischen der Angermunder Straße, dem S-Bahnhof Angermund und der Straße „An den Linden“ (Plangebiet) einen Bebauungsplan aufzustellen.

Die Argumente der Interessengemeinschaft gegen die Ansiedlung eines Supermarktes bzw. Discounters neben der evangelischen Kirche mit angeschlossenem Kindergarten und Kindertagesstätte

Im April 2010 wurde von der Stadt Düsseldorf eine „Nahversorgungskonzeption für den Stadtbezirk 5“ vorgestellt.

Zusammenfassend empfiehlt dieses Gutachten als erste Priorität die „Sicherung der vorhandenen Märkte“ und den Schutz des Zentrums an der Angermunder Straße. Dieses Zentrum könnte durch Erweiterung des vorhandenen Lebensmittelmarktes fortentwickelt werden, wodurch das Zentrum in seiner Versorgungsfunktion und Besucherfrequenz stabilisiert und punktuell gestärkt wird. Erst als zweite Priorität wird die Neuansiedlung eines weiteren Lebensmittelmarktes im Westteil von Angermund - auf der Fläche neben der evangelischen Kirche – empfohlen.

In der Sitzung der Bezirksvertretung 5 im Mai 2010 wurde diese Empfehlung des Gutachtens zur Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes auf dem Gelände neben der evangelischen Kirche „nicht zustimmend zur Kenntnis“ genommen. Ab diesem Zeitpunkt verdichteten sich jedoch die Aussagen zu Gunsten der Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes an dem Plangebiet durch einige politische Repräsentanten im Rat und in der Bezirksvertretung immer mehr.

Die Sorge um eine solche Ansiedlung mit einem zweiten Lebensmittel-Discounter im Westteil von Angermund (neben Lidl) und damit die Zersplitterung des Ortskerns an der Angermunder Straße im Ostteil führten zur Gründung dieser Interessengemeinschaft im Dezember 2010, um frühzeitig die Öffentlichkeit in dieses Geschehen mit einzubeziehen.

Mit der Ansiedlung eines zweiten Discounters in dem Plangebiet im Westteil von Angermund hätte das vorhandene Lebensmittelgeschäft EDEKA im Ostteil weder eine mittel- noch langfristige Bestandschance, wodurch dann sowohl die Versorgung für alle Einwohner mit einem Vollsortimenter als auch ein Lebensmittelgeschäft im Ostteil von Angermund entfallen würde. Das würde zu einer Einkaufserschwernis für die Angermunder im Ostteil und damit zwangsläufig zu einem Kaufkraftabfluss in benachbarte Städte führen, weil die Wege über bzw. unter die Bahnlinie teilweise unzumutbar und äußerst beschwerlich sind. Die Schließung von EDEKA würde zwangsläufig auch die Schließung weiterer kleinerer Geschäfte an der Angermunder Straße nach sich ziehen, weil der Fußgängerverkehr in dieser Straße zahlenmäßig rückläufig und somit die fußläufige Kundschaft wesentlich reduziert würde. Erinnert sei an die früheren Einkaufsmöglichkeiten in der Graf-Engelbert-Straße, in der bis auf ein Fahrradgeschäft, die darin angesiedelte Poststelle und einen Friseur kein Geschäft mehr vorhanden ist. Es könnte eine Monotonie in der Angermunder Straße eintreten.

Aus diesen Gründen setzt sich die Interessengemeinschaft auch für eine „Nachhaltige Ortsgestaltung“ ein.

Darüber hinaus ist bei der Ansiedlung eines Discounters in dem Plangebiet naturgemäß ein wesentlich höheres Verkehrsaufkommen in der Straße „An den Linden“ zu erwarten, u.a. für die Belieferung des Marktes mit Groß-Fahrzeugen. Das wäre u.a. für den Kindergarten und die Kindertagesstätte „Regenbogen“ eine außerordentlich große Belastung bis hin zur Existenzgefährdung dieser Einrichtungen. Weiterhin würde das höhere Verkehrsaufkommen auch den Schulweg von Kindern aus dem Westteil in den Ostteil belasten.

In der Sitzung der Bezirksvertretung 5 am 22.02.2011 hat die Stadtverwaltung vier Varianten A. B, C und D für eine mögliche Bebauung des Plangebiets vorgestellt, die die Interessengemeinschaft seit dieser Zeit auf ihrer Webseite veröffentlicht hat. Generell haben alle diese Varianten den Nachteil, dass die Zufahrt zu dem Plangebiet über eine neu zu errichtende Rampe von der Angermunder Straße aus vorgesehen ist. Dabei müsste die Zufahrt zu dieser Rampe von der Angermunder Straße aus sowohl von Westen als auch von Osten kommend möglich sein. Das würde eine Ampelregelung nach sich ziehen und damit gegebenenfalls die Gefahr von zusätzlichen Verkehrsstaus bedeuten.

Die Interessengemeinschaft lehnt entsprechend ihren Empfehlungen in der Öffentlichkeit die Varianten A, C und D ab.

Dagegen favorisiert die Interessengemeinschaft eine modifizierte Variante B – Wohnen –, um u.a. auch die Schaffung von altersgerechtem Wohnen, Mehr-Generationen-Wohnen und Bebauung mit Einfamilienhäusern – wie beispielsweise auf der gegenüber liegenden Seite der Angermunder Straße am Bilkrather Weg (in gleicher Nähe zum Eisenbahnkörper wie in dem Plangebiet) – zu ermöglichen.

Dieser Empfehlung der Interessengemeinschaft haben sich nunmehr gemäß den anliegenden Unterschriftenlisten

1.047 Angermunder Bürgerinnen und Bürger

angeschlossen. Dabei muss diese Anzahl auch vor dem Hintergrund einer Einwohnerzahl von 6.038 – wovon 1.085 Personen im Alter bis zu 18 Jahren sind – und 3.017 Haushalten (gemäß Amt für Einwohnerwesen Stand 31.12.2009) betrachtet werden.

Mit dieser Stellungnahme werden die Listen einerseits in kopierter Form bei der Bürgeranhörung der Bezirksvertretung 5 gegeben und andererseits im Original dem Vorsitzenden des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung im Rat der Stadt Düsseldorf gesandt.
 

  
 

zurück

oben